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Radmarathon Cup Deutschland 2017 – ein Rückblick

 

 

 

Geplant war das nicht, und trotzdem habe ich am Ende der Saison 2017 erstmals die Serie geschafft. Aber der Reihe nach:

 Was früher der Super Cup war, heißt heute Radmarathon Cup Deutschland und ist im Vergleich deutlich einfacher zu bewerkstelligen geworden. Statt acht bundesweit verteilten Veranstaltungen, von denen man sechs finishen musste, sind es heute insgesamt 20, von denen mindestens fünf zu fahren sind.

Zu Beginn ergab es sich, dass ich, gerade mal in der Nähe, mit meinem Freund Norbert am 30. April in Dorsten an der ersten Veranstaltung teilnahm. Kalt und morgens von unten noch nass, waren die 215 km zwar flach, aber aufgrund der äußeren Umstände doch anspruchsvoll. Nach dem Motto  Flach ist nicht leichter, nur schneller ging es gut zur Sache. Der RSC Dorsten hatte in Form von unzureichender Verpflegung -sogar das Wasser war denen ausgegangen- ungewollt eine weitere Schwierigkeit eingebaut. Trotz allem, besser vor allem aufgrund der schönen Strecke durch mein altes Revier, das ich zu Beginn meiner Radsportlaufbahn so oft durchfahren habe, war es eine schöne Tour.

 Pfingsten fährt man in Bimbach . Diesmal hatte ich mir  Bimbach 400  vorgenommen, was am Samstag 158 und am Sonntag 258 km mit zusammen 7000 hm bedeutete. Immerhin war das Wetter am Samstag schön, die Strecken durch die Rhön sowieso und das obligatorische Nudelbuffet im Michelangelo in Bad Salzschlirf ist ja ohnehin inzwischen Kult. Der Sonntag allerdings hatte es in sich: während der ersten vier Stunden war Weltuntergangswetter, solch einen Starkregen hatte ich auf dem Rad noch nicht erlebt. Die wenigen Gruppen, die sich beim Höhenprofil in Bimbach bilden, verschwanden bis zur halben Radhöhe in Gischt, so sehr stand das Wasser auf den Straßen. Ich darf heute zugeben, dass ich mir aufgrund dieser äußeren Bedingungen zwei kleinere Abkürzungen gönnte und die demzufolge fehlenden 30 km und 500 hm durch 4 Stunden Starkregen ersetzte, sodass ich abschließend auf immerhin noch 225 km und 4200 hm kam.

 Schon 1 Woche später stand der 1. Alpecin Radmarathon in Bielefeld an. Das Wetter war ausnahmsweise mal gut und da der Start keine lange Anfahrt erforderte, fuhr ich hin, auch um mein bei der Roadbike gewonnenes Katusha-Teamtrikot abzuholen.. Die Strecke ging durch bekanntes Terrain u.a. zum Hermannsdenkmal und am Schiedersee vorbei. An den Kontrollen gaben die Alpecin-Mädels immer alles, die Verpflegung war richtig gut, was bei 226 km und 2800 hm auch nötig war.

 Somit waren drei Marathons im Sack und ich begann, mir ernsthaft den Kalender mit den restlichen Terminen anzuschauen. Am 23. Juli fand anläßlich des Bundesradsporttreffens in Hannover der Zweirad Stadler Marathon durchs Weserbergland statt. Obwohl gesundheitlich frisch angeschlagen, fuhr ich hin. Ankommen und der Stempel für den Cup waren die Ziele und so wurde es eine Solofahrt im Wellnessmodus. Klasse Strecke durchs wunderschöne Weserbergland bei bestem Wetter, wenn man mal von dem kurzen, dafür aber umso heftigeren Schauer am frühen Vormittag absieht. Die Verpflegung an den Kontrollen war leider unterirdisch, da merkte man die Nähe zum Lipperland. Zum Glück gab es eine umso bessere Warmverpflegung in Bad Pyrmont. Alles nicht so schlimm wie in Dorsten, sagte ich zu deren RTF-Wart Gregor, den ich unterwegs traf und der trotzdem noch schmunzeln konnte.

 Es blieb also noch eine Veranstaltung zu fahren. Realistisch möglich war aufgrund meiner vielen anderen Pläne nur der B.O.C Almabtrieb im weit entfernten Raisdorf (bei Kiel), den ich jedoch mit einem Besuch bei meinem Bruder verbinden konnte. Niemals sonst wäre ich bei solch einer fürchterlichen Wettervorhersage gestartet. Zwar war es dann zum Glück doch noch von oben fast durchgehend trocken, jedoch genauso durchgehend von unten nass und schmutzig. Ein Platten nach 5 km machte mich zum Solisten und mangels Flickzeug auf den nächsten 55 km zum Angsthasen vor dem nächsten Plattfuß, bis an der 1. Kontrolle bei km 60 Ersatz käuflich war. Bei echtem norddeutschen Herbstwetter ersetzte der böige Wind die fehlenden Höhenmeter, von denen aber trotzdem am Ende immerhin noch 1400 auf dem Garmin standen. Da wundert man sich, was alles an ostholsteinischen Wellen zusammen gekommen ist. Dass sich mein Rad beim Verstauen im Auto so schwer anfühlte, lag aber nicht am Wind oder an den Höhenmetern, sondern am Schmutz, der sich bis in die letzte Fuge gearbeitet hatte. So dreckig war mein Rad noch nie gewesen, eine Mischung aus Sand, Kuhfladen und Ackerboden klebte wie Mörtel.

 Was nun bleibt, sind neben dem Auszeichnungstrikot des BDR viele Erinnerungen an jeweils ganz besondere Erlebnisse und Umstände bei den einzelnen Touren. Passend zur restlichen Saison bleibt auch, dass ich bis auf den Alpecin-Marathon bei allen Touren nass wurde; das muss man erstmal nachmachen.

 Mal schaun, was das nächste Jahr 2018 diesbezüglich so bringen wird. Vielleicht fährt ja mal ein weiterer RSG-ler mit?

Bericht und Fotos: Matthias Eiden