Veranstaltungen Olebike_2016

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Olebike: ein Schnupperwochenende in Calella

 

Im Frühjahr bekam der Vorstand der RSG eine Einladung von Olebike für ein Schnupperwochenende in Calella an der Costa Brava. So flog ich Ende September und buchte gleich noch 4 weitere Tage, die ich mit der Einsparung beim Flug von Mittwoch bis Mittwoch statt Donnerstag bis Sonntag mehr als bezahlen konnte. Mit dem Slogan "es muss nicht immer Mallorca sein" legte Olebike selbst die Messlatte für meine nachfolgende Bewertung fest.

 

Um es vorwegzunehmen: der Service und die Freundlichkeit der Verantwortlichen von Olebike und im Hotel Neptuno waren kaum zu toppen. Ich bekam ein Paket mit gpx-Dateien für Touren vom allerfeinsten. Die Ausfahrten am Freitag und Samstag wurden von einheimischen Guides geführt.

Wer wollte, bekam ein topaktuelles Spezialized Carbonrad mit Ultegra-Ausstattung.

Im 3-Sterne-Hotel Neptuno überzeugen Chef und Mitarbeiter durch außergewöhnliche Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft. Die Küche ist sehr vielfältig und liegt sicher 1 Klasse über dem, was wir aus Mallorca kennen. Alle Bereiche sind sehr gepflegt. Die Zimmer wurden täglich gründlich gereinigt. Leider sind die Standardzimmer recht klein: das DZ entspricht größenmäßig einem EZ in unserem Mallorca Standardhotel "Cactus" und ist aus meiner Sicht selbst zur Alleinbenutzung für mehr als nur ein paar Tage nicht ausreichend (u.a. Kleiderschrank viel zu klein, kleiner Balkon zum Innenhof, nur 1 Stuhl, 1 Nachttisch, 1 Bettdecke!). Hier sollte man doch besser das Premium-Zimmer buchen. Der Radkeller ist abgeschlossener Teil der Hotelgarage und bietet mit einer Werkstatt und Reinigungsstation inkl. einem Kärcher eine überdurchschnittliche Ausstattung.

 

Die Klientel im Hotel besteht aus Rentnern, wie wir das von Mallorca kennen, überwiegend jedoch während meines Aufenthaltes aus jugendlichen Schulklassen. Auch wenn es weitgehend ruhig zuging, ist dies ein Risiko, das man kennen muss.

Nun zum Radfahren. Die von Olebike vorgeschlagenen Touren führen durch wunderschöne und meist verkehrsarme Straßen des Hinterlandes. Allerdings, wenn man weg will von der stärker befahrenen N2, dann geht das nicht ohne Höhenmeter. Meine Touren lagen zwischen 85 und 145 km sowie 700 und 2600 hm. Für ein Trainingslager im Frühjahr ist die fehlende Option auf flache Grundlagen-km sicher nicht von Vorteil. Auch ist das Straßennetz ab Calella so, dass man nach 1 Woche eigentlich die Gegend kennt und dann die ersten Touren zum zweiten Mal fahren muss. Ich fuhr in den 7 Tagen 840 km und 11.700 hm.

 

Der Ort Calella liegt zwischen Barcelona und Girona und ist per Zug und Schnellstraße gut angebunden. Trotz alter Bausubstanz sind die Straßen und Plätze sauber und mir gefiel die angenehme und gemütliche Lebendigkeit. Ich habe mich auch nachts überall sicher gefühlt. Leider trennt die Bahntrasse den Ort vom schönen und gepflegten Strand, aber die einsamen Buchten außerhalb des Ortskerns sind ohnehin interessanter.

Preislich liegt ein selbst organisierter Radurlaub in Calella auf Mallorca-Niveau, wobei die Restaurants im Hinterland eine bessere Preisleistung bieten.

Zusammengefaßt: Olebike in Calella bietet die versprochene Alternative zu Mallorca. Der wesentliche Unterschied liegt im Höhenprofil, das an der Costa Brava im Vergleich zu Mallorca  erheblich anspruchsvoller und weniger vielfältig ist. Insofern wird Calella mein Trainingslager auf Mallorca nicht ersetzen, wohl aber auf eine sehr schöne und entspannte Weise ergänzen.

http://www.olebike.com/de/

Fotos und Bericht: Matthias Eiden